Stefan Dobler im Interview
Herr Dobler, wie stehen Sie zur geplanten Senkung der Einspeisevergütung von Umweltminister Röttgen?
Dobler: „Die schwarz-gelbe Regierung bremst damit ein Erfolgsmodell. Die Kürzungen sind dann bereits der zweite große Rückschlag dieser Bundesregierung nach dem gescheiterten Klimagipfel von Kopenhagen."
Dass es zu einer Senkung der Einspeisevergütung kommt war aber absehbar?
Dobler: „Ja, dass war es. Allerdings nicht in dieser Höhe und in dieser Kurzfristigkeit. Warum die Dachanlagen bereits 3 Monate früher als die Freilandanlagen abgesenkt werden sollen, ist nicht nachvollziehbar. Somit würden gerade die kleinen Anlagenbetreiber, die auf ihrem Dach eine Photovoltaikanlage installieren, bestraft werden."
Was ist für Sie und Ihr Unternehmen die Herausforderung der nächsten Monate?
Dobler: „Wir stehen jetzt vor dem Problem, gemeinsam mit der E.ON, so viele Kunden wie möglich vor dem 1. April ans Netz anzuschließen, damit diese noch in den Genuss der bestehenden Regelung kommen, da sie uns ja unter diesen Bedingungen den Auftrag erteilt haben. Dafür muss natürlich auch das Wetter mitspielen. Wir müssen unsere Montagetrupps, die noch im wohlverdienten Jahresurlaub sind, zurückholen. Nur mit einer Urlaubssperre, Überstundenanordnung und Samstagarbeit werden wir in der Lage sein bestenfalls die Hälfte der bereits zugesagten Kundenaufträge zu realisieren.“
Lohnt sich eine Photovoltaikanlage bei den künftigen Bedingungen überhaupt noch?
Dobler: „Bei Dachanlagen ja. Die Rentabilität von Freilandanlagen sehe ich eher als gefährdet an, da hier die Vergütung um 25 Prozent auf etwas mehr als 21 Cent pro Kilowattstunde gesenkt werden soll."
Vielen Dank für das Interview.
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