Preisverfall bei Solarmodulen

Das Thema "Preisverfall bei Solarmodulen" ist in aller Munde. Wir fragen ILIOTEC-Geschäftsleiter Walter Konert nach den Auswirkungen für das Unternehmen.

Inwieweit sind/waren die Geschäfte von ILIOTEC vom Preisverfall bei Solarmodulen tangiert? Mussten Sie die Preise für schlüsselfertige Anlagen am Markt noch stärker senken?
W.K.: Die Anlagenpreise sind stark von den Beschaffungspreisen abhängig. Der Anteil der Installationskosten ist nach wie vor vergleichsweise gering. Wir mussten die Preise nicht weiter senken als es der Preisverfall der Module ermöglichte.

Müssten Sie sich eigentlich über den Preisverfall freuen, weil so die Netzparität früher erreicht wird? Wie stark müssen die Preise dafür noch sinken?
W.K.: Ein starker Preisverfall sorgt immer für Turbulenzen und erfordert besondere Beobachtung des gesamten Umfeldes. Im Grunde haben Sie recht, denn damit rückt die Netzparität schneller näher, als von allen erwartet. Netzparität bedeutet Unabhängigkeit von der staatlichen Förderung und den Beginn von bekannten Marktmechanismen. Wie stark die Preise noch sinken müssen ist leider nicht so einfach zu beantworten. Wahrscheinlich werden sich die Skaleneffekte in der immer noch wachsenden Kapazität bei den Herstellern und die steigenden Preise für die herkömmlichen Energiequellen annähern.

Wann kommt es nach Ihrer Meinung zur Netzparität und welche Auswirkungen hat sie auf die Branche?
W.K.: Die Netzparität sollte in ca. 3 bis 4 Jahren erreicht werden und dann wird dieser Branche eine neue Erfolgswelle vorausgesagt.

Viele Marktteilnehmer und Experten erwarten ab diesem Zeitpunkt einen Boom. Wird ILIOTEC davon stark profitieren? Können Sie Ihre Kapazitäten überhaupt so schnell hochfahren? Wie bereitet sich die Solar GmbH darauf vor?
W.K.: Richtig ist, dass wir heute mehr verkaufen als wir installieren können. Wir sind TÜV-zertifiziert  und verpflichten uns zu Qualität. Wir schulen unsere Mitarbeiter regelmäßig, unterstützen Ausbildungen durch andere Bildungsträger und bilden natürlich - wie in den letzten Jahren - auch in Zukunft selbst aus. Der Anteil der Auszubildenden liegt seit Jahren konstant über 10% der Gesamtbelegschaft.

Woher bezieht ILIOTEC seine Solarmodule? Europa? Asien? Warum?
W.K.: Entscheidend für uns ist die Qualität der Produkte, nicht deren Herkunft. Es scheint aber so, dass sich einige asiatische Hersteller strategisch besser aufstellen als manches europäische Unternehmen. Verwunderlich ist dies vor allem, weil die Herstellungskosten stark materialgetrieben sind und weniger von Personalkosten abhängen. Dazu kommen noch Logistikkosten, die die asiatischen Produkte ausgleichen müssen. Es scheint sich so zu verhalten wie bei Autos, Kameras, Fernseher usw. - die Produzenten in Asien erfüllen unsere Erwartungen.

Vielen Dank für das Interview!

Walter Konert

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