Interview mit Dipl.-Ing. Hans Christ, Anlagenplaner & Verkaufsberater bei ILIOTEC

Herr Christ erläutert und beantwortet im Interview die häufigsten Fragen, die ihm von Kundenseite gestellt werden:
Ist mein Dach überhaupt für Photovoltaik geeignet?
H.C.: Eine erste Einschätzung lässt sich durch einen Blick auf ein Luftbild geben, wenn der Interessent seine Dachneigung kennt. Eine genauere Aussage lässt sich erst bei einem Ortstermin treffen. Dabei muss die Dachkonstruktion beurteilt werden, dies ist besonders wichtig bei größeren Gebäuden, wie Hallen und Scheunen. In der Regel ist es hier unerlässlich mit einem Statiker die möglichen Zusatzlasten zu klären. Bei Flachdächern ist es zusätzlich wichtig, genau Angaben über den Dachaufbau zu bekommen. Nur so kann die richtige Unterkonstruktion gewählt werden, um eine langlebige Anlage von 30 bis 35 Jahren zu planen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die richtige Beurteilung verschatteter oder teilverschatteter Flächen. In Problemfällen lohnt sich eine Verschattungssimulation, bei der die Gebäudesituation dreidimensional im Computer erfasst wird und die Verschattung zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten berechnet wird. Nicht zuletzt werden Blitzschutz, Erdung, Kabelführung, Wechselrichterstandort und Einspeisepunkte durchgesprochen. Bei den Einspeise- bzw. Übergabepunkten hat natürlich das letzte Wort der Netzbetreiber.
Welche Module gibt es und welche sind für mein Dach geeignet?
H.C.: Für jede Dachart bzw. Fassade gibt es mehr oder weniger geeignete Module, die - je nach dem welche Prioritäten der Bauherr hat - zum Ziel führen. Die wichtigsten Fragen in diesem Zusammenhang sind: Ist maximale Leistung gefordert oder höchste Rendite auf das eingesetzte Kapital, über welchen Betrachtungszeitraum wird gerechnet, soll die Eigenvertrauchsregelung in Anspruch genommen werden? Im Rahmen unserer TÜV-Zertifizierung sind wir immer an qualitativ sehr hochwertige Produkte und an eine vorschriftsmäßige Ausführung (DIN, VDE) gebunden.
Wie sieht es mit der Finanzierung der Solaranlage aus?
H.C.: Wir erstellen dem Interessenten eine Ertragsprognose für seine geplante Anlage. Dies ist eine vorsichtige Berechnung, in der Parameter wie Standort, Ausrichtung, Montageart, Modultyp, Wechselrichtertyp, Verschaltungsart von Modul und Wechselrichter und andere physikalische Größen einfließen. Mit Hilfe dieses Werts, der in der Regel auf der sicheren Seite liegt, kann der Interessent dann mit seiner Bank und seinem Steuerberater eine maßgeschneiderte Finanzierung aufstellen. Somit hat er auch gleich einen Überblick, wie der Kapitalrückfluss aussehen wird.
Kann ich meinen produzierten Strom selbst nutzen?
H.C.: Prinzipiell nutzt jeder seinen Strom den die Anlage produziert selbst, wenn er zeitgleich einen Verbraucher angeschlossen hat, da der Strom immer den Weg des geringsten Widerstands nimmt. Nur der nicht benötigte Strom wird übers Netz zum nächsten Verbraucher transportiert. Das ist dezentrale Energieversorgung und spart Transportverluste. Seit der EEG-Änderung zum Jahr 2009 gibt es allerdings die Möglichkeit, den selbstverbrauchten Strom vom Energieversorger zählen zu lassen und ihn mit 25,01 Eurocent/kWh vergütet zu bekommen. Der überschüssige Strom wird wie gehabt ins Netzt eingespeist und mit 43,01 Eurocent/kWh vergütet. Beide Vergütungen werden vom Gesetzgeber auf 20 Jahre garantiert. In den Zeiten, in denen meine Anlage keine Strom oder nicht genug erzeugt, beziehe ich den Strom vom EVU.
Dies hat zwei Vorteile:
1. Man hat eine Kontrolle wie viel von meinem erzeugten Strom kann ich überhaupt nutzen, der Anteil lässt sich durch ein verändertes Nutzerverhalten eventuell sogar steigern.
2. Für diesen Teil des Stromverbrauchs ist man unabhängig von Preissteigerungen in den nächsten 20 Jahren.
Vielen Dank Herr Christ für die ausführlichen Informationen.
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