Häufig gestellte Fragen.
Hier finden Sie die Antworten zu Ihren Fragen rund um die Solartechnik.
Allgemeine Fragen
- Ist die Solarenergie, im Vergleich zu konventioneller Energie, nicht deutlich teurer?
- Wäre die Solarindustrie in Deutschland in der Lage, auch ohne staatliche Förderung Wachstum zu generieren?
- Die Markteinführung der Photovoltaik wird nicht aus dem Bundeshaushalt, sondern durch eine im EEG festgelegte Kostenumlage von allen Energieverbrauchern getragen. Führt dies nicht zu einem deutlichen Anstieg der Stromkosten und senkt die Akzeptanz für Solarenergie?
- Ist Solarenergie in unseren Breiten aufgrund der im Vergleich geringen Anzahl von Sonnenstunden nicht viel zu unsicher?
- Kann man Erneuerbare Energien nicht noch kostengünstiger fördern, z. B. durch eine Quotenregelung bzw. ein Zertifikatshandelsmodell?
- Die Erzeugung regenerativer Energien ist stark wetterabhängig. Können sie überhaupt die Versorgungssicherheit garantieren?
- Haben Solarzellen nicht eine insgesamt negative Energiebilanz?
- Ist eine Vergrößerung des Marktanteils der Erneuerbaren Energien gegen den Widerstand der großen Versorger möglich?
- Alle Kennzahlen deuten auf eine große Abhängigkeit der Solarwirtschaft vom EEG hin. Was bedeutet dessen Abschaffung oder Modifizierung für die Branche?
- Wo sollen die großen Modul-/Kollektorflächen zum Ausbau der Solarenergie angebracht werden?
- Müssen nicht umfangreiche Investitionen getätigt werden, um den oft an abgelegenen Orten produzierten Strom aus Solaranlagen in das öffentliche Netz einzuspeisen?
Photovoltaik
- Was steht uns an Energie zur Verfügung?
- Was ist eine Photovoltaik-Anlage?
- Wie entsteht in einer Solarzelle aus Sonnenlicht Strom?
- Was bedeutet kWp?
- Wie groß muss eine PV-Anlage sein?
- Was bringt die Photovoltaik für die Umwelt?
- Wie hoch ist die Lebensdauer einer Photovoltaik-Anlage?
- Welche Dachausrichtungen sind geeignet?
- Warum ist der Energieertrag über das Jahr so unterschiedlich?
- Wie groß sollte eine Photovoltaik-Anlage sein?
- Können Photovoltaik-Anlagen eigentlich auch Elektrosmog verursachen?
Wechselrichter
- Welche Leistungsangaben in der VDEW-Richtlinie sind für PV-Anlagen anzuwenden – PV-Generatorleistung oder Wechselrichter-Nennleistung?
- Wo ist der beste Platz für den Wechselrichter?
- Der Sunny Boy hat weniger Leistung als mein Solargenerator. Bin ich falsch beraten worden?
- Sollte ich meine PV-Anlage gegen Blitzeinschlag absichern?
- Ich habe Solarspannung angelegt, es kommt aber keine Wechselspannung aus dem Gerät.
- Was ist der Unterschied zwischen Inselsystemen und Netzkopplung?
- Gehen von Solarstromanlagen nennenswerte Elektrosmog-Belastungen aus?
Versicherung
- Was ist, wenn unvorhersehbare Schadensereignisse Stillstandszeiten nach sich ziehen?
- Ist meine nachträglich installierte Photovoltaik-Anlage über meine Wohngebäudeversicherung mitversichert?
- Welche Gefahren gehen jedoch vom Betrieb von Solaranlagen grundsätzlich aus und wie können Sie sich bei Schadensersatzforderungen Dritter schützen?
- Welche Leistungen beinhaltet eine Haftpflicht-Versicherung der Mannheimer?
Allgemeine Fragen
- Ist die Solarenergie, im Vergleich zu konventioneller Energie, nicht deutlich teurer?
- Noch, denn die Etablierung neuer technischer Verfahren ist forschungs- und kostenintensiv. Daher bedürfen die Erneuerbaren Energien einer anfänglichen Förderung, bis sie konkurrenzfähige Preise erreicht haben, und sie sind auf dem besten Weg dahin: Während die Kosten für konventionell erzeugte Energie in den letzten Jahren zunehmend gestiegen sind und angesichts endlicher Ressourcen weiter deutlich steigen werden, sind die Preise für Solarenergie, dank zunehmender Massenproduktion, um durchschnittlich 5 % jährlich gefallen und konnten seit 1990 um über 60 % gesenkt werden. Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für Neuanlagen verankerte Senkung der Förderhöhe von jährlich 5 bis 6,5 % erzwingt eine weitere Kostenreduktion bei Solarstrom.
- Wäre die Solarindustrie in Deutschland in der Lage, auch ohne staatliche Förderung Wachstum zu generieren?
- Noch nicht, aber angesichts steigender Preise für konventionelle und sinkender Preise für regenerative Energien sowie einem wachsenden Exportmarkt werden die Erneuerbaren Energien in absehbarer Zeit auch ohne staatliche Förderung auf hohem Niveau wachstumsfähig sein.
- Die Markteinführung der Photovoltaik wird nicht aus dem Bundeshaushalt, sondern durch eine im EEG festgelegte Kostenumlage von allen Energieverbrauchern getragen. Führt dies nicht zu einem deutlichen Anstieg der Stromkosten und senkt die Akzeptanz für Solarenergie?
- Nein, da die Kosten auf viele Verbraucher umgelegt werden und erst relativ wenige Solarstromanlagen installiert sind, beträgt die durch das EEG verursachte Umlage im Jahr 2005 nur 0,06 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Das entspricht lediglich 0,3% des Strompreises für Privatkunden von 19,6 Cent. Der durchschnittliche Stromverbraucher wird durch das EEG damit nur mit 8 Cent pro Monat belastet. Umfragen belegen, dass die Deutschen bereit wären, ein Vielfaches für den Ausbau der Solarenergie zu zahlen.
- Ist Solarenergie in unseren Breiten aufgrund der im Vergleich geringen Anzahl von Sonnenstunden nicht viel zu unsicher?
- Nein. In Deutschland liegt die mittlere jährliche Sonneneinstrahlung bei 1.000 kWh pro qm. Das entspricht einem Energiegehalt von jährlich 100 Litern Öl. Damit wird mehr als die Hälfte der Entstehungsintensität erreicht, die wir in der Sahara vorfinden.
- Kann man Erneuerbare Energien nicht noch kostengünstiger fördern, z. B. durch eine Quotenregelung bzw. ein Zertifikatshandelsmodell?
- Im Gegenteil: Untersuchungen haben gezeigt, dass Strom aus Erneuerbaren Energien in Staaten mit einem Quotensystem (Großbritannien, Italien) teurer sind als in Deutschland, da sie zu weniger Wettbewerb führen. Die EEG-Förderung über Abnahmegarantien und Kostenanreiz hat sich als überaus effektiv zur Steigerung des Anteils Erneuerbarer Energien erwiesen und wird inzwischen auch von anderen Ländern angewendet.
- Die Erzeugung regenerativer Energien ist stark wetterabhängig. Können sie überhaupt die Versorgungssicherheit garantieren?
- Zum einen sind moderne Solarzellen nicht auf strahlenden Sonnenschein angewiesen, sondern produzieren auch bei Schwachlichtverhältnissen Strom (wenn auch weniger). Zum anderen wird intensiv an neuen Speichermöglichkeiten geforscht. Außerdem soll Strom aus Photovoltaik zwar einen zunehmenden Beitrag zum deutschen Energiemix leisten, nicht aber für sich allein die Vollversorgung garantieren. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass Solarstrom gerade in Bedarfsspitzenzeiten (mittags und im Sommer) produziert wird und sich gut mit der Windkraft ergänzt, deren Spitzenwerte vor allem im Winter erreicht werden. Wirtschaftsexperten z. B. des DIW und der Deutschen Bank empfehlen inzwischen eine stärkere Förderung Erneuerbarer Energien, da diese die Abhängigkeit von den Weltmärkten für fossile Brennstoffe und damit die Abhängigkeit von politisch instabilen Regionen verringern und vor steigenden Kostenbelastungen für Wirtschaft und Verbraucher schützen.
- Haben Solarzellen nicht eine insgesamt negative Energiebilanz?
- Nein, für die Herstellung einer Solaranlage wird deutlich weniger Energie verbraucht, als die Anlage während ihrer Laufzeit an Erträgen liefert. Eine Photovoltaik-Anlage braucht nach gegenwärtigem Stand der Technik zwei bis drei Jahre (je nach Art der verwendeten Zellen), um für ihre eigene Produktion benötigte Energie zu erzeugen. Danach produziert sie für die restliche Zeit ihrer auf 30 Jahre geschätzten Lebensdauer emissionsfrei Strom. PV-Anlagen weisen also eine durchweg positive Energiebilanz auf.
- Ist eine Vergrößerung des Marktanteils der Erneuerbaren Energien gegen den Widerstand der großen Versorger möglich?
- Nur schwer, denn für die großen Versorger bedeutet eine Ausweitung des Marktanteils der Erneuerbaren Energien eine direkte Konkurrenz. Sie selbst steigen nur zögerlich in den neuen Energiemarkt ein, da sich mit abgeschriebenen konventionellen Kraftwerken und dem bestehenden Netzmonopol zum Endkunden deutlich höhere Renditen erzielen lassen als mit Erneuerbaren Energien in der Phase ihrer Markteinführung. Politische Regelungen wie das EEG müssen deshalb für mehr Wettbewerb im Energiemarkt sorgen.
- Alle Kennzahlen deuten auf eine große Abhängigkeit der Solarwirtschaft vom EEG hin. Was bedeutet dessen Abschaffung oder Modifizierung für die Branche?
- Eine Abschaffung oder deutliche Reduzierung der Förderung Erneuerbarer Energien würde einen aufstrebenden Wachstumsmarkt schwer treffen, in dem bereits 130.000 Arbeitsplätze entstanden sind. Die Förderung ist eine Anschubfinanzierung in einen Zukunftsmarkt, denn in der Photovoltaik sind deutsche Unternehmen weltweit führend und können – nicht zuletzt durch sehr gute Exportaussichten – innerhalb der nächsten zehn Jahre die Unabhängigkeit von Zuschüssen erreichen. Eine Abschaffung der Förderung zu diesem Zeitpunkt würde jedoch zu einem empfindlichen Markteinbruch führen und Deutschlands internationale Technologieführerschaft bei einem der größten Zukunftsmärkte zerstören.
- Wo sollen die großen Modul-/Kollektorflächen zum Ausbau der Solarenergie angebracht werden?
- Zur Montage von Solarmodulen eignen sich in erster Linie Dächer und Südfassaden. Mit bereits 6 m² sonnengeneigter Dachfläche kann man 60 % des Warmwasserbedarfs eines Eigenheims decken. 12 m² reichen aus, um auch die Heizanlage deutlich zu entlasten. Um den Energiebedarf Deutschlands aus Solarstrom zu decken, wären 3.000 km² Modulfläche ausreichend – beim heutigen Stand der Technik. Heute stehen bereits 2.800 km² zur Verfügung – ein Viertel davon wäre sofort nutzbar.
- Müssen nicht umfangreiche Investitionen getätigt werden, um den oft an abgelegenen Orten produzierten Strom aus Solaranlagen in das öffentliche Netz einzuspeisen?
- Nein, denn Solaranlagen werden im Allgemeinen auf bereits vorhandenen Flächen wie z. B. Dächern installiert und nicht weitab jeglicher technischer Infrastruktur wie es z. B. bei Offshore-Windparks der Fall ist.
Photovoltaik
- Was steht uns an Energie zur Verfügung?
- Seit über 4 Milliarden Jahren liefert die Sonne kostenlos und zuverlässig Energie zur Erde. Auf der Erdoberfläche trifft etwa der zweimilliardste Teil der gesamten abgestrahlten Sonnenenergie auf. Dieser ist ausreichend, um Leben auf der Erde seit Millionen von Jahren zu ermöglichen. In Bayern liegt die Sonneneinstrahlung bei ca. 1.100 kWh pro qm im Jahr. Das entspricht bei einem normalen Einfamilienhaus ca. 70.000 kWh Energieeinstrahlung (dies entspricht ca. einer Heizölmenge von 6.600 l) auf die zur Sonne gerichtete Dachfläche. Jeder Haushalt bekommt also eine beachtliche Menge an Energie kostenlos und völlig umweltneutral ins Haus geliefert.
- Was ist eine Photovoltaik-Anlage?
- Photovoltaik ist die direkte Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Energie. Für die technische Nutzung werden Solarmodule mittels einer Unterkonstruktion auf dem Hausdach oder auf der grünen Wiese installiert und miteinander elektrisch verbunden.
Um den erzeugten Gleichstrom dann im Haushalt nutzen zu können wird der Strom mit einem Wechselrichter in „handelsüblichen” Wechselstrom, wie er aus der Steckdose kommt, umgewandelt. Seit Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) am 1. April 2000 wird praktisch der gesamte Solarstrom in das öffentliche Stromnetz eingespeist, da die Vergütung weit über den Kosten für den Strombezug liegt. - Wie entsteht in einer Solarzelle aus Sonnenlicht Strom?
- Fällt Licht auf die Solarzelle, werden im Silizium Elektronen und Löcher (sog. Defektelektronen) erzeugt und durch das elektrische Feld getrennt. Die Elektronen werden dem Minuspol und die Defektelektronen dem Pluspol zugeführt. Verbindet man die Kontakte über einen elektrischen Verbraucher wie z. B. einem Kühlschrank, so wandern die Elektronen über den äußeren Stromkreis zum Pluspol zurück – es fließt elektrischer Gleichstrom.
- Was bedeutet kWp?
- kWp, sprich Kilowatt-Peak (englisch: Peak = Spitze), ist die Einheit für die Spitzenleistung eines PV-Generators unter Standardtestbedingungen.
- Wie groß muss eine PV-Anlage sein?
- Da unter den derzeitigen Vergütungsbedingungen der gesamte Solarstrom in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird, richtet sich die Größe der Anlage nicht zwangsläufig nach dem eigenen Stromverbrauch. Bei einer netzgekoppelten Anlage kann daher die Größe von der verfügbaren Dachfläche abhängig gemacht werden. Eine PV-Anlage mit einer Nennleistung von 1.000 Watt (1 kWp) benötigt 8 bis 10 m² Dachfläche. Ein anderer Faktor ist natürlich die Geldmenge, die investiert werden soll.
- Was bringt die Photovoltaik für die Umwelt?
- Die Energieversorgung wird dezentralisiert, d. h. die Energie wird dort erzeugt wo sie benötigt wird. Hohe Überlandverluste fallen weg. Weiterhin spart eine 1 m² Photovoltaik-Anlage ca. 100 kg CO2-Emissionen im Jahr ein.
- Wie hoch ist die Lebensdauer einer Photovoltaik-Anlage?
- Bei kristallinen Modulen geht man von einer Lebensdauer (Quelle: Bayerisches Umweltministerium) von ca. 30 Jahren aus und in der Regel geben die Modulhersteller eine Leistungsgarantie von etwa 25 Jahren auf maximal 20 % Leistungsverlust der Module. Das Dachgestell ist meist aus Aluminium oder Edelstahl und hat eine sehr hohe Lebensdauer, genauso wie die eingesetzten Spezialkabel aus UV-beständigen Materialien. Die Wechselrichter haben eine Lebensdauer von über 14 Jahren. Dennoch sollte man davon ausgehen, dass während der gesamten Anlagenlebensdauer der Wechselrichter defekt wird. Seriöse Wechselrichterhersteller bieten in der Regel eine fünfjährige Garantiezeit. Sollte nach dieser Garantiezeit das Gerät defekt sein, erhält man zu Vorzugskonditionen (z. B. SMA ca. 300 EUR) ein Austauschgerät.
- Welche Dachausrichtungen sind geeignet?
- Generell ist jedes Dach zwischen Ost- und Westausrichtung sehr gut geeignet.
- Warum ist der Energieertrag über das Jahr so unterschiedlich?
- Der Energieertrag ist während des Jahres sehr unterschiedlich. Das liegt zum einen an den Sonnenstunden, die im Sommer wesentlich höher sind als im Winter, an den Sonnenstunden insgesamt und an der Neigung der Sonne zum Modul. Hauptertragszeit ist somit der Sommer, hier sollte das Modulfeld möglichst schattenfrei sein.
- Wie groß sollte eine Photovoltaik-Anlage sein?
- Nach oben sind der Größe einer Photovoltaik-Anlage keine Grenzen gesetzt. Eine Modulfläche von 8 m² entspricht einer Anlagenleistung von 1 kWp (Kilowatt-peak = Spitzenleistung), die je nach Südausrichtung und Modulneigung zwischen 800 kWh und über 1.000 kWh pro Jahr erzeugt. Wer seine Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Hausdach und zur langfristigen Erzeugung des eigenen Strombedarfs installieren möchte, kann dies leicht berechnen. Der durchschnittliche Jahresstromverbrauch eines vierköpfigen Haushalts liegt bei ca. 3.500 kWh. Dieser Strombedarf kann mit einer 4,5 kWp (ca. 36 m²) großen Anlage gedeckt werden. Zu beachten ist hierbei aber, dass der Strombedarf über das Jahr gesehen konstant, die Produktion jedoch in den Wintermonaten im Gegensatz zu den Sommermonaten sehr gering ist.
- Können Photovoltaik-Anlagen eigentlich auch Elektrosmog verursachen?
- Wie alle Elektroinstallationen erzeugen auch Photovoltaik-Anlagen elektromagnetische Wellen und Felder. Allerdings nur tagsüber, wenn die Anlage von der Sonne beschienen wird und in Betrieb ist. Bei Dunkelheit und nachts sind keine Ströme und Spannungen mehr messbar. Die Kabel einer Photovoltaik-Anlage, die in das allgemeine Stromnetz einspeisen, erzeugen niederfrequente elektrische Wechselfelder. Außerdem entstehen durch die Wechselrichter der Anlage, dem Bindeglied zwischen hauseigener Solarstromanlage und öffentlichem Stromnetz, sowohl magnetische Felder als auch hochfrequente Strahlung. Beide können das Wohlbefinden sensibler Menschen stören. Bei Messungen hat man festgestellt, dass Wechselrichter mit Trafo deutlich geringere hochfrequente Strahlung erzeugen als trafolose Geräte. Am besten ist es, den Wechselrichter an einem Ort zu installieren, an dem Sie sich tagsüber nicht länger aufhalten, zum Beispiel im Heizungskeller. Ansonsten gilt: In zwei Meter Abstand von Leitungen und Anlage sind die Wellen und Felder unbedenklich.
Wechselrichter
- Welche Leistungsangaben in der VDEW-Richtlinie sind für PV-Anlagen anzuwenden – PV-Generatorleistung oder Wechselrichter-Nennleistung?
- In der neuen VDEW-Richtlinie sind für die photovoltaischen Eigenerzeugungsanlagen immer die Angaben 4,6 kVA oder 5 kWp bzw. 30 kVA oder 30 kWp zu finden. Dies führte in der Vergangenheit häufig zu Irritationen bei der Auslegung/Planung von PV-Anlagen. Zählt die Wechselrichterleistung in kVA oder die Generatorleistung in kWp?
Es zählt ausschließlich die Wechselrichter-Leistung, d. h. es ist jetzt möglich eine 6 kWp-Anlage mit 4,6 kVA Wechselrichter-Nennleistung einphasig anzuschließen. - Wo ist der beste Platz für den Wechselrichter?
- Neben der Überlegung, welches Wechselrichterkonzept für die Photovoltaik-Anlage am günstigsten ist, schadet es nicht, sich Gedanken über den Installationsort des Gerätes zu machen. Im Außenbereich sollte das Gehäuse mindestens der Schutzart IP 54 entsprechen, was bedeutet, dass es gegen Staub und Spritzwasser geschützt ist. Zudem sollte die angegebene Umgebungstemperatur eingehalten werden. Ignoriert man die vorgeschriebenen Betriebsbedingungen, kann es leicht zu Ausfällen kommen.
- Der Sunny Boy hat weniger Leistung als mein Solargenerator. Bin ich falsch beraten worden?
- Die Leistung des Solargenerators ist von der Einstrahlung abhängig. Da aber ein Großteil des Ertrages bei kleinen Leistungen anfällt, macht es keinen Sinn, die Anlage auf die selten erreichte Spitzenleistung auszulegen. Eine Faustregel ist: Eingangsleistung Wechselrichter sollte bei den momentanen Förderungsbedingungen (Deutschland Stand: 2004) etwa 90 % der Spitzenleistung (kWp) des Generators sein. In anderen Ländern/bei anderen Förderungsbedingungen kann die Empfehlung deutlich von 90 % abweichen!
Im Handel gibt es Computerprogramme, die eine Abschätzung der Dimensionierung und des zu erwartenden Ertrages von Solaranlagen bieten. - Sollte ich meine PV-Anlage gegen Blitzeinschlag absichern?
- Jeder Sunny Boy ist durch thermisch überwachte Varistoren gegen atmosphärische Störungen abgesichert. Diese Varistoren lösen aus, wenn in der näheren Umgebung ein Blitz einschlägt. Der Wechselrichter zeigt dann über die rote LED einen Erdschluss an, speist jedoch, sofern es sich nicht um ein trafoloses Gerät handelt, weiterhin ein. Diese Varistoren sind je nach Stärke des abzuleitenden Stromes in der Lage mehrmals diese atmosphärischen Störungen auszugleichen.
Sollte die rote LED nach einer atmosphärischen Störung dennoch dauerhaft einen Erdschluss anzeigen, so ist dies ein Indiz für einen oder mehrere defekte(n) Varistor(en) und die Varistoren sollten schnellstmöglich ersetzt werden.
Gegen direkten Blitzschlag kann der Wechselrichter nur speziell abgesichert werden. - Ich habe Solarspannung angelegt, es kommt aber keine Wechselspannung aus dem Gerät.
- Der Sunny Boy ist ein reines Netzeinspeisegerät. Wenn keine Netzspannung angelegt wird, zeigt das Gerät Störung an. Es darf keine eigene Netzspannung erzeugen, um bei etwaigen Abschaltungen wegen Wartungsarbeiten, eine sichere Spannungsfreiheit zu gewährleisten.
- Was ist der Unterschied zwischen Inselsystemen und Netzkopplung?
- Netzkopplung und Inselsysteme sind die zwei wesentlichen Anwendungsgebiete der Photovoltaik. Netzgekoppelte Anlagen stehen mit dem öffentlichen Netz in Verbindung und wirken so wie ein kleines Kraftwerk. Inselanlagen sind PV-Anlagen, die eine autonome Stromversorgung ohne öffentlichen Netzanschluss ermöglichen.
- Gehen von Solarstromanlagen nennenswerte Elektrosmog-Belastungen aus?
- Nur in seltenen Fällen. Tagsüber dauerhaft genutzte Räume, in denen man sich nah an Modulflächen oder Installationen (Leitungen, Wechselrichter) aufhält, erfordern eine genauere Betrachtung, da hier die Belastung in ungünstigen Fällen nennenswert sein kann. Wesentlich für den höherfrequenten Anteil der Belastung ist der Wechselrichter der Anlage. Bestimmte trafolose Modelle können Feldbelastungen verursachen, wobei auch trafolose Wechselrichter mit geringer Belastung am Markt verfügbar sind.
Von der Solarzelle kann ein durch den Wechselrichter verursachtes elektrisches Wechselfeld ausgehen, welches durch einseitige Erdung der Solarzelle verhindert werden sollte.
Versicherung
- Was ist, wenn unvorhersehbare Schadensereignisse Stillstandszeiten nach sich ziehen?
- Die Ausfallkostenversicherung der Mannheimer für Photovoltaik-Anlagen übernimmt in solchen Fällen die weggefallene Einspeisevergütung des Gesetzgebers. Bei Photovoltaikanlagen mit einer Leistung bis 10 kWp erfolgt die Mitversicherung der Ausfallkostenversicherung beitragsfrei im Rahmen der LUMIT®-Solar-(Sach) Versicherung, ansonsten ist sie gegen einen moderaten Beitragszuschlag einschließbar.
- Ist meine nachträglich installierte Photovoltaik-Anlage über meine Wohngebäudeversicherung mitversichert?
- Nein. Wird eine Photovoltaik-Anlage nachträglich auf ein bestehendes Gebäude installiert, so muss der Gebäudeversicherer informiert werden. Aufgrund der Summen-/Gefahrenerhöhung wird je nach Versicherer ein entsprechender Beitragszuschlag fällig. Versäumt der Betreiber die Anmeldung, so kann es im Schadensfall zu einer Unterversicherung kommen und der Versicherer ist unter Umständen leistungsfrei.
- Welche Gefahren gehen jedoch vom Betrieb von Solaranlagen grundsätzlich aus und wie können Sie sich bei Schadensersatzforderungen Dritter schützen?
- Das Bauherrenrisiko
Bereits während der Montagephase besteht für den Solaranlagenbetreiber das Risiko der Schädigung Dritter, beispielsweise durch mangelhafte Absicherung des Baugrundstückes. Derartige Bauherrenrisiken sind allerdings nur versicherbar unter der Voraussetzung, dass Planung, Bauleitung und Bauausführung an einen Dritten vergeben wurden.
Die Verkehrssicherungspflicht
Der Betreiber einer Solaranlage hat in der Regel die Verkehrssicherungspflicht für die Anlage. Um dieser Pflicht gerecht zu werden, muss die Anlage so angebracht sein, dass keine Gefahr für Dritte davon ausgeht. Wer ist aber schon davor gefeit, dass sich trotz aller Sicherungsmaßnahmen Teile der Anlage vom Dach lösen, herunterfallen und ein Kfz beschädigen oder einen Passanten verletzen?
Das Haftungsrisiko durch Einleitung von Strom in das Netz eines EVU
Neben der Verkehrssicherungspflicht besteht bei Photovoltaik-Anlagen ein Haftungsrisiko durch das Einleiten von Strom in das Netz eines Energieversorgungsunternehmens (EVU). Die Haftung des Betreibers wird durch § 6 der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Elektrizitäts¬versorgung von Tarifkunden (AvBEltV) geregelt. Sind keine abweichenden Regelungen getroffen worden, haftet demnach der Betreiber für Schäden durch schädigende Rückwirkungen auf das Eigentum des Netzbetreibers bzw. des EVU und deren Tarifkunden grundsätzlich in unbegrenzter Höhe.
Das Umweltschadenrisiko
Soweit es durch den Betrieb einer Solaranlage zu Umweltschäden kommt, können hohe Schadensersatzforderungen Dritter entstehen. Dies ist beispielsweise denkbar bei Feuer- oder Explosionsschäden, die durch die Solaranlage ausgelöst werden. - Welche Leistungen beinhaltet eine Haftpflicht-Versicherung der Mannheimer?
- Im Schadenfall stellt die Mannheimer Versicherung den Anlageneigentümer/Betreiber von Schadenersatzansprüchen frei und übernimmt – die Prüfung der Haftungsfrage (ob und in welcher Höhe die Verpflichtung zum Schadensersatz besteht), die Befriedigung berechtigter Ansprüche und die Abwehr unberechtigter Schadensersatzforderungen. Kommt es zum Rechtsstreit, führt der Haftpflichtversicherer den Prozess und trägt die Kosten.



